22. Juli 2017

Isabel Abedi - Lucian

© Arena

Über das Buch

Autorin: Isabel Abedi
Originaltitel: Lucian
Seiten: 560
Verlag: Arena 
Erschienen: 15. September 2009
Preis: 9,99€ (Taschenbuch, eBook); 18,99€ (Hardcover); 14,99€ (Hörbuch)
ISBN: 978-3-401-50655-5
Zum Buch


    Inhalt    
"Immer wieder taucht er in Rebeccas Umgebung auf, der geheimnisvolle Lucian, der keine Vergangenheit hat und keine Erinnerungen. Sein einziger Halt ist Rebecca, von der er jede Nacht träumt. Und auch Rebecca spürt vom ersten Moment an eine Anziehung, die sie sich nicht erklären kann. Aber noch bevor sie erfahren können, welches Geheimnis sie teilen, werden sie getrennt. Mit Folgen, die für beide grausam sind. Denn das, was sie verbindet, ist weit mehr als Liebe."



Nachdem ich vor einiger Zeit, zusammen mit Joana (@Buchblueten), bereits Isola von Isabel Abedi gelesen habe, wollten wir es nun mit Lucian probieren. In der Hoffnung, dass dieses Buch uns mehr zusagen würde. Der Klappentext klang auch sehr mystisch und rätselhaft – hatte also die besten Voraussetzungen.
Im ersten Drittel war die Geschichte auch weltklasse. Ich habe wahnsinnig mitgefiebert und überlegt, was es mit Lucian auf sich haben könnte. Zeitweise war es sogar richtig spannend und nervenaufreibend. Das Buch schien ein Highlight zu werden. Ich war hin und weg und auch die Liebesgeschichte, die sich anbahnt, war total in Ordnung. Zwar entwickelte sich die Beziehung zwischen Lucian und Rebecca sehr schnell, im Vergleich zur eher schleppend in Fahrt kommenden allgemeinen Geschichte, aber es war dennoch authentisch. Bis sich das Blatt plötzlich wendete. Auf einmal wurden die Ereignisse sowas von an den Haaren herbeigezogen, so als würde die Autorin unter einem Realitätsverlust leiden. Es war zu abgedreht und die Handlungen von Rebecca und Lucian waren ab einem gewissen Punkt überhaupt nicht mehr zu begreifen. Das Tempo ihrer Beziehung wurde nochmals angezogen. Glaubwürdigkeit sucht man ab diesem Punkt vergeblich. Ich konnte irgendwann nur noch mit dem Kopf schütteln, so verzweifelt war ich. 
Hinzukommt, dass sich das Ganze von Mystery zu einem Familiendrama entwickelt. Die Geschichte erleidet mittendrin einen Cut und hat mit dem vorherigen Teil überhaupt nichts mehr zu tun. Die Handlungen sind zu übertrieben, die Charaktere alle zu sprunghaft.
Weil ein Familiendrama allerdings noch nicht genug ist, wird es dann auch noch zu einem schmalzigen Liebesdrama. Als hätte Rebecca ihr Gehirn irgendwo auf dem Weg verloren. Im Endeffekt habe ich nur noch weitergelesen, um herauszufinden, wer oder was Lucian denn nun ist. Wobei „lesen“ übertrieben ist. Ich habe die letzten Kapitel lediglich überflogen, weil es so ätzend wurde.
Die Auflösung konnte das Ruder dann auch nicht mehr herumreißen. Die Geschichte war mit ca. 500 Seiten auch einfach zu viel. Soviel Input gab die Handlung gar nicht her, sodass sich die Autorin zwangsweise noch irgendwas aus den Fingern saugen musste. Das hat man leider stark gemerkt. 
"Lucian" hat sehr stark begonnen und schien eine außergewöhnliche Geschichte zu werden. Wäre das Buch nur halb so lang gewesen, dann wäre die Geschichte richtig stark gewesen. Doch irgendwann verlor sich Isabel Abedi in ihren Fantasien und kam weit vom Weg ab. Es schien als wollte sie das Drama künstlich heraufbeschwören, dabei hätte die Handlungen das überhaupt nicht nötig gehabt. Noch nie hat mich ein Buch begeistert und enttäuscht zu gleich 
Ich kann für das Buch keine Empfehlung aussprechen. So gut der Anfang auch gewesen sein mag. Die zweite Hälfte war eine komplett andere Geschichte, die zudem einfach unrealistisch und überzogen war. Insgesamt also eher ein Reinfall. 



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