26. Juli 2017

Filmkritik - Ein ganzes halbes Jahr

Ein ganzes halbes Jahr
© Warner Home Video
Über den Film
Produktionsland: USA
Originalsprache: Englisch
Originaltitel: Me Before You 
Jahr: 2016
Länge: 110 Minuten 
Genre: Liebesfilm
FSK: 12
DVD/ Blu-Ray


     Inhalt    
"Louisa Clark wohnt auf dem Lande in einem malerischen englischen Städtchen. Ohne sich je ein konkretes Lebensziel vorzunehmen, hangelt sich die spleenige, kreative 26-Jährige von einem Job zum nächsten, um ihre unverdrossen fest zusammenhaltende Familie über die Runden zu bringen. Ihr sprichwörtlicher Optimismus wird jedoch mit ihrem neuesten Broterwerb erstmals auf eine harte Probe gestellt: Im Schloss des kleinen Ortes wird sie die Pflegerin und Gesellschafterin des wohlhabenden jungen Bankers Will Traynor, der seit einem Unfall vor zwei Jahren an den Rollstuhl gefesselt ist – von einem Augenblick zum anderen hat sich sein Leben dramatisch verändert. Seine große Abenteuerlust gehört der Vergangenheit an – übrig bleibt ein Zyniker, der seine jetzige Existenz als sinnlos empfindet. Doch Lou nimmt sich vor, Will zu beweisen, dass das Leben sich weiterhin lohnt: Gemeinsam lassen sie sich auf eine Abenteuertour ein, die sie allerdings so nicht geplant haben. Wie sich Herz und Verstand unter diesen Umständen verwandeln, hätten beide sich niemals träumen lassen." © Amazon

Die Vorlage für diesen Film erfreute sich großer Begeisterung unter der Leserschaft. Da ist es kein Wunder, dass es zu einer Verfilmung gekommen ist, welche ebenfalls Herzen gewinnen konnte. Wie vielleicht einige von euch schon in meiner Buchrezension gelesen haben, konnte mich das Buch von Jojo Moyes leider absolut nicht berühren.
Nichtsdestotrotz war ich doch neugierig, wie man den Roman bildhaft dargestellt hat und wollte die Umsetzung gerne schauen. Hauptsächlich hat mich dabei aber auch interessiert, was die Schauspieler aus der Geschichte machen.
Bleiben wir auch erstmal bei der Besetzung. Emilia Clarke und Sam Claflin haben mich mit ihrer schauspielerischen Leistung stark beeindruckt. Sich in so eine Situation hineinzuversetzen ist alles andere als einfach. Meines Erachtens haben es aber beide toll gemeistert. Ich fand die Protagonisten plötzlich richtig lebendig. Allerdings blieben die anderen Charaktere auf der Strecke. Besonders die Beziehung zwischen Lou und ihrer Schwester sind im Film nicht richtig zur Geltung gekommen. Aber auch die Schwester von Will, die meiner Meinung nach eine wichtige Rolle spielt, wurde komplett gestrichen. Dieser eine wichtige Moment - die Wendung - für die gesamte Handlung wurde dadurch nicht in vollem Maße rübergebracht. Das war sehr abgespeckt. 
Ansonsten hat mir jedoch die Kürzung des Romans sehr gut gefallen. Denn genau die Stellen, die ich im Buch eher langweilig und irrelevant fand, wurden weggelassen. Dadurch wurden der Geschichte die Längen entzogen, die das Lesen für mich so erschwert haben. Ich habe wirklich interessiert zugesehen, obwohl ich schon wusste, wie was geschehen wird. 
Die Aussage, die das Buch und somit natürlich auch der Film hat, finde ich dennoch nicht gut. In meinen Augen ist es die falsche Botschaft, aber darüber kann man sich wahrscheinlich streiten. Und leider fand ich auch den Film nicht so berührend. Im Buch haben mir die Emotionen komplett gefehlt. Es konnte mich nicht erreichen. Die Verfilmung ist zwar mehr zu mir durchgedrungen, insgesamt habe ich die Geschehnisse einfach neutral zur Kenntnis genommen. Lediglich die Schauspieler haben die Geschichte lebendig gemacht und Emotionen beim Zuschauer erzeugt. Leider hat es nicht ganz ausgereicht. 
Abschließend kann ich sagen, dass ich euch eher den Film, als den Roman empfehlen kann. Aber auch diese Empfehlung spreche ich nur bedingt aus, denn die Botschaft dieser Geschichte ist in meinen Augen falsch. Ich kann mich damit auch nach dem Film nicht anfreunden. Da hat aber jeder seine eigene Meinung zu. 
Der Film bietet mehr Emotionen und Lebendigkeit als die Vorlage. Die beiden Protagonisten Will und Lou kommen viel besser zur Geltung, zum Leidwesen der anderen Charaktere. Darüber kann man jedoch hinwegsehen, denn hauptsächlich geht es natürlich um die Beziehung zwischen den beiden. Was auch sehr gut gelungen ist: Es ist kein kitschiges Liebesdrama. Die Handlung wurde so authentisch wie möglich dargestellt. Dafür gibt es von mir einen großen Pluspunkt. Alles in allem ein Film, den man sehen kann, aber nicht muss und den ich jederzeit dem Buch vorziehen würde. 



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